D-Stuttgart | Wie kann das Gesundheitswesen ressourcenschonender, resilienter und zugleich innovativer werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Open Innovation Day „Circular Health: Innovation für nachhaltige Versorgung“ am 4. Mai 2026, zu dem die Landesagentur BIOPRO Baden-Württemberg ins Klinikum Stuttgart eingeladen hatte. Expertinnen und Experten aus Klinik, Wissenschaft und Industrie diskutierten gemeinsam, wie sich die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gezielt im Gesundheitswesen verankern lassen.
Der Ton des Tages war früh gesetzt: Nachhaltigkeit ist kein Zusatz mehr, sondern entwickelt sich zum zentralen Gestaltungsprinzip im Gesundheitswesen. In ihrer Keynote zeigte Evelyn Hafner vom Klinikum Stuttgart, wie Kreislaufwirtschaft strategisch am Klinikum umgesetzt wird. Nachhaltigkeit, so wurde deutlich, ist längst mehr als eine ökologische Pflicht – sie bietet konkrete Chancen für Effizienz, Resilienz und Zukunftsfähigkeit.
Auch Maxana Baltruweit von der AOK Baden-Württemberg unterstrich in ihrem Impuls zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Gesundheitswesen, dass eine nachhaltige Transformation nur im Zusammenspiel aller Akteurinnen und Akteure gelingen kann.
Konkrete Ansätze aus Praxis und Forschung
Wie vielfältig die Lösungen bereits heute sind, zeigten die Insight Sessions. Prof. Dr. Anne-Kathrin Cassier-Woidasky (Universität Trier) beleuchtete die Schnittstelle zwischen Nutzung und Entsorgung, während Meike Lutz (CIRCULARMED GmbH) konkrete Abfall- und Kreislaufkonzepte vorstellte. Lisanne Klink (Röchling Medical SE) gab Einblicke in die Entwicklung zirkulärer Produkte, und Prof. Dr. Markus Heinrich (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) präsentierte Ansätze zur Rückgewinnung von Wirkstoffen aus Altarzneimitteln.
Ergänzt wurden die Sessions durch Nicole Krojer (ZUKE Green Community GmbH), die die Bedeutung von Kooperationen in der Circular Economy hervorhob. Die Beiträge machten deutlich: Nachhaltige Innovation entsteht vor allem an den Schnittstellen: zwischen unterschiedlichen Disziplinen, Prozessen und Akteursgruppen.
Von der Diskussion zur Umsetzung
Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in Workshops an konkreten Lösungen. Prof. Peter P. Pott(Universität Stuttgart) setzte Impulse zu zirkulären Produkten im Gesundheitswesen. Dr. Christoph Soukoup(Steinbeis-Beratungszentrum Circular Economy) berichtete über Business Cases for Sustainability und neue Geschäftsmodelle. Praxisnahe Ansätze zu nachhaltigen Klinikprozessen lieferten Mathias Lehrbach von der Effizienzbörse Deutschland GmbH und Nele Wilke von der BG-Unfallklinik Tübingen. Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt und zeigten das große Potenzial interdisziplinärer Zusammenarbeit.
„Die Gesundheit des Menschen zu schützen, bedeutet, die Gesundheit des Planeten zu schützen. Stakeholder müssen für die Verantwortung sensibilisiert werden, die jeder einzelne entlang der Wertschöpfungskette im Gesundheitswesen trägt“, sagte Dr. Barbara Jonischkeit, Leiterin strategische Kommunikation, Innovation & Start-ups bei der BIOIPRO Baden-Württemberg, in ihrer Begrüßungsrede. „Mit der Ausstellung ‚Erste Hilfe fürs Klima: Ressourcen schonen im Gesundheitswesen‘ will die BIOPRO das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und die Bedeutung des Klimawandels im Gesundheitswesen schärfen und die nachhaltige Transformation des Gesundheitswesens durch Sensibilisierung, Wissensaustausch, Vernetzung und Ideenfindung vorantreiben. Damit die Verantwortung mit dem Wissen um die Möglichkeiten verbunden in konkretes Handeln übersetzt wird.“
Impulse für die Gesundheitsversorgung von morgen
Der Open Innovation Day hat deutlich gezeigt: Die Kreislaufwirtschaft bietet große Chancen, um Innovation und Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen zusammenzudenken. Entscheidend ist dabei der Schulterschluss zwischen Klinik, Wissenschaft und Wirtschaft. Baden-Württemberg setzt hier wichtige Impulse – für eine zukunftsfähige, resiliente und nachhaltige Gesundheitsversorgung.
Der Open Innovation Day ist Teil der Ausstellung „Erste Hilfe fürs Klima: Ressourcen schonen im Gesundheitswesen“, die noch bis zum 7. Mai 2026 im Klinikum Stuttgart zu sehen ist und nachhaltige Lösungen anschaulich macht.
Für weitere Informationen steht Ihnen Larissa Ketterer (ketterer@bio-pro.de, Tel. 0711 / 218185 49) gerne zur Verfügung.
(Quelle: Pressemeldung BIOPRO Baden-Württemberg, 05.05.2026)