04.12.2020

BioLAGO-Vorstand ermöglicht Teilnahme an bundeweiter Studie

D-Konstanz | Auf Initiative von BioLAGO-Vorstand Dr. Jürgen Ruff beteiligt sich die Kläranlage der Stadt Konstanz an einer bundesweiten Studie des Helmholz-Instituts für Umweltforschung. Ziel der Studie ist es, durch Abwasseranalysen ein Frühwarnsystem gegen Corona-Ausbrüche zu etablieren.

Während einer mehrwöchigen Studienphase wurden im Oktober und November 2020 aus dem Konstanzer Abwasser regelmäßig Proben entnommen und auf SARS-CoV-2-Viren untersucht. Die Studie wurde vom Helmholz-Institut für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und der TU Dresden in Kooperation mit Kläranlagenbetreibern in ganz Deutschland durchgeführt.

Hintergrund des Forschungsprojektes ist, dass Personen, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, erst nach einigen Tagen Verzögerung in mehr oder weniger starker Ausprägung COVID-19-Symptome zeigen, die sich schnell vermehrenden Viren jedoch schon zuvor ausgeschieden werden und im Abwasser nachweisbar sind. Mit einem solchen Nachweis ließe sich demnach unabhängig vom Auftreten von Symptomen und dem Testen von Infizierten zeigen, ob in der Bevölkerung eines Kläranlageneinzugsgebiets die Viruslast und damit die Zahl der Infizierten ansteigt oder auch wieder sinkt. Stellt man einen Anstieg fest, könnte mit entsprechenden Maßnahmen schon frühzeitig eingegriffen und möglicherweise eine starke Ausbreitung zumindest eingedämmt werden.

„Durch einen zuverlässigen Nachweis von SARS-CoV-2-Viren im Abwasser wäre ein mögliches Frühwarnsystem für lokale Corona-Ausbrüche geschaffen“, erklärt Dr. Jürgen Ruff, langjähriger BioLAGO-Vorstand, das ehrgeizige Ziel eines solchen Monitorings. Dr. Jürgen Ruff ist Biologe und als Geschäftsführer von LifeScience – Education Consulting & Services in Konstanz aktiv. Auf seine Nachfrage hin erklärte sich Mirco Ebeling, der Leiter der hiesigen Kläranlage, schnell bereit, die erforderlichen Proben zu nehmen, was in Konstanz sogar kleinräumig für bestimmte Bereiche der Stadt möglich wäre.
Zwar zeigten auch Wissenschaftler der Universität Interesse an einem solchen Projekt, doch schnell war klar, dass die Etablierung eines eigenen Testsystems viel zu aufwändig wäre, um es zeitnah umzusetzen. Dr. Jürgen Ruff kontaktierte deshalb im Sommer das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Dessen Forscher hatten gerade zusammen mit der TU Dresden die technische Machbarkeit eines Corona-Abwasser-Monitorings gezeigt und wollten nun dessen flächendeckende Anwendung bundesweit testen. Auf seinen Vorschlag hin wurde Konstanz in die Studie aufgenommen, nicht zuletzt auch wegen seiner Besonderheit als Hochschul-, Urlaubs- und Einkaufsstadt mit einem vergleichsweise starken Austausch an Menschen und damit einem möglicherweise erhöhten Ansteckungsrisiko.

Nach der Auswertung der Proben müssen die Forscher um den Leipziger Projektleiter René Kallies ermitteln, ob die Konzentration der gemessenen Viruslast einen Zusammenhang mit den örtlich festgestellten Corona-Fällen erkennen läßt. Dann könnte vorhergesagt werden, wie sich die Zahl der Corona-Infizierten in den nächsten Tagen verändern wird. Auch andere Faktoren, z.B. wie lange das Abwasser unterwegs war, oder ob es am Tag der Probenentnahme geregnet hat, müssen dabei berücksichtigt werden.

„In jedem Fall dürfen wir auf die Ergebnisse gespannt sein. Ich bin zuversichtlich, dass uns die Erkenntnisse im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen Schritt weiterbringen werden und ich freue mich, dass unsere Stadt sich hier einbringt“, sagt Dr. Jürgen Ruff abschließend.

(Pressemeldung Dr. Jürgen Ruff, 02.12.2020)

© Entsorgungsbetriebe Stadt Konstanz

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