18.05.2020

Biopharmazeutika-Cluster in Europa: Wenig Beschäftigte, aber hohe Wertschöpfung und Produktivität

Europa | Im Rahmen der Clusterbewertung in Europa hat die EU-Kommission 2019 einen Report zur „Biopharmaceuticals emerging industry“ veröffentlicht. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Analyse werden hier zusammengefasst.

Die Biopharmazeutika-Branche beschäftigt in Europa insgesamt 2,4 Mio. Menschen und gehört damit zu den Industriesektoren mit geringer Beschäftigung (2018). Die Löhne und Bruttowertschöpfung liegen aber deutlich über den Werten anderer Branchen (50%) und der Wirtschaft insgesamt (90%). Die Spitzencluster der Biopharmazeutika-Branche haben auch eine sehr hohe Produktivität, die sich dynamisch entwickelt (vgl. Beitrag European Obser-vatory for Clusters and Industrial Change 2020).

Der globale Branchenmarkt wird von den USA dominiert: sie tätigen 70% der Forschung und Innovation in der Biotechnologie und beheimaten fast 2.500 Fachunternehmen (2016). Aber auch die europäische Biotech-Industrie spielt eine wichtige Rolle beim Marktanteil, Innovationspotenzial und Forschungsaufwand. Zwischen 2011 und 2016 entfielen 64,7% des gesamten Pharmamarktes auf die USA, 17,5% auf die europäischen Kernländer Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien und 7,3% auf Japan. Die Biopharma-Industrie ist heute ein Treiber der Forschung und innovativen Medizin. Auf die Herstellung von Medikamenten entfallen 40% der Beschäftigung in dieser Industriebranche; es folgen die Produktion von anderen Chemieprodukten, Parfümen und Hygienemitteln sowie andere Sektoren. Die Biopharmazeutika-Branche wird insgesamt sehr breit definiert.

In der regionalen Verteilung der europäischen Biopharmazeutika-Cluster führt Belgien mit 95 Clustern knapp vor Deutschland mit 94 (2016). Aber auch England und Skandinavien sind hier gut vertreten. Die Branchenbeschäftigung konzentriert sich weitgehend auf Süd- und Westdeutschland, Belgien und Irland.

Die hohen Gesundheitskosten und Alterung der Gesellschaft verändern die Gesundheitsversorgung: die Prävention und Beteiligung der Patienten bekommen einen hohen Stellenwert. Es geht um eine gesunde Ernährung und Lebensweise, um die Selbstdiagnose und Beobachtung zuhause, um die Point-of-Care-Diagnose, um medizinische Datenbanken und ein systematisches Risiko- und Gesundheitsmanagement. Als Hilfsmittel dienen Biosensoren und Apps, Künstliche Intelligenz, die Molekularbiologie und Medizintechnik.

Weitere Informationen per Mail: grow-clusters@ec-europe.eu

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