06.12.2019

Experten und Bürger diskutierten über Telemedizin im ländlichen Raum

D-Konstanz | Der immer schneller voranschreitende digitale Wandel macht auch vor der Gesundheitsbranche keinen Halt. Die Aufhebung des Fernbehandlungsverbots für Ärzte in Deutschland hat zu einer dynamischen Entwicklung der Telemedizin geführt. Um der Digitalisierung in der Gesundheitsbranche nicht nur zuzusehen, sondern sie aktiv mitzugestalten veranstaltete das Gesundheitsnetzwerk BioLAGO gemeinsam mit microTEC Südwest e.V. das Zukunftsforum Telemedizin.

Die Telemedizin eröffnet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Anwendungsgebieten. Dem Bürger wird durch verschiedene Telemedizinische Angebote der Zugang zur Beratung und Betreuung durch Ärzte erleichtert, Zeit- und Ortsgrenzen werden überwunden und medizinische Dienstleistungen sind schnell und direkt digital verfügbar. Die Telemedizin ist dadurch besonders für den ländlichen Raum wie der Bodenseeregion interessant. Zudem kann die Telemedizin ein Mittel gegen schon bestehende oder zukünftig endstehende Engpässe aufgrund des Ärztemangels im ländlichen Raum sein.

Beim Thema Telemedizin spielen unter anderem Datensicherheit, das Arzt-Patienten-Verhältnis, das Vertrauen in die Technik und die Ferndiagnose oder gesetzliche und kassenärztliche Grundlagen eine entscheidende Rolle.
Mit all diesen Themen rund um die Telemedizin setzte sich das Zukunftsforum Telemedizin auseinander, welches BioLAGO gemeinsam mit dem Partnernetzwerk microTEC Südwest organisiert hat. Vertreter von Krankenkassen, der Koordinationsstelle Telemedizin in Baden-Württemberg, der alcare AG, der Universität Zürich, der Hochschule Reutlingen, von Docdirekt, der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, und Derma2go – einem Startup aus der Schweiz – berichteten über den aktuellen Stand der Dinge und gaben Anregungen für die Zukunft. Da die Referenten sowohl aus Deutschland als auch aus der Schweiz kamen, konnten die nationalen Herausforderungen und Erfolgsfaktoren der beiden Länder in Bezug zur Telemedizin verdeutlicht werden. Insbesondere die Podiumsdiskussion zum Abschluss der Veranstaltung ergab aufschlussreiche Erkenntnisse zu Herausforderungen und Lösungen aus verschiedenen Sichtweisen (Arzt, Zivilgesellschaft, Krankenkasse, Forschung & Entwicklung). Die Diskussion ergab unter anderem, dass aus technischer Sicht schon vieles im Bereich Telemedizin möglich ist, aber vor allem die Sichtbarkeit bei den Bürgern/innen bzw. Patienten/innen erhöht werden muss.
Nicht nur die Referenten stellten telemedizinische Angebote vor, sondern auch die verschiedenen Aussteller (AOK, Unfallkasse Baden-Württemberg, T4M, Hahn-Schickard, KTBW).

Aus Veranstaltung wird neues Förderprojekt
Das Networking in den Pausen, die interessanten Vorträge und die Podiumsdiskussion haben gezeigt, dass das Thema hoch aktuell ist und unbedingt weiterverfolgt werden muss, um die Gesundheitsversorgung der Zukunft zu stärken. Daher knüpft BioLAGO mit dem neuen Projekt „DigiCare Bodensee“ dort an und verfolgt das Thema weiter. DigiCare Bodensee setzt sich mit der Problematik des steigenden Ärztemangels, der demografischen Alterung und des veränderten Krankheitsspektrums auseinander. Telemedizin spielt hier eine entscheidende Rolle bei der Suche nach Lösungsansätzen.

Die Veranstaltung und auch das Projekt „DigiCare Bodensee“ werden gefördert durch die Internationale Bodensee Konferenz (IBK).

(Quelle: Newsmeldung BioLAGO, 06.12.2019)

Kontakt

Food for future, BioLAGO Meeting Point, Lebensmittel von morgen, Uni meets Pharma, Wissenschaft-trifft-Wirtschaft, Science-meets-industry- Ansprechpartner

BioLAGO – das Gesundheitsnetzwerk
Laura in het Panhuis
Projektassistenz Events
Tel. +49 (0)7531 – 921 5254
E-Mail: Laura.Panhuis@biolago.org

Bilder

Veranstaltungspartner

Die BioLAGO Veranstaltung „Zukunftsforum Telemedizin“ wurde gefördert durch die Internationale Bodensee Konferenz (IBK).