19.11.2019

Vision und Aktionsplan für die Personalisierte Medizin

Europäische Union | Das Internationale Konsortium für Personalisierte Medizin (ICPerMed) wurde im November 2016 gegründet. Es vereinigt mehr als 30 Fördereinrichtungen in der EU, die gemeinsam Forschungsschwerpunkte in der Personalisierten Medizin identifizieren und realisieren wollen. Zu den Mitgliedern gehören öffentliche und private Einrichtungen zur Forschungsförderung.

Das Internationale Konsortium für Personalisierte Medizin (ICPerMed) wurde im November 2016 gegründet und hat folgende Ziele:

  • Die EU und das Konsortium als globaler Leader in der Forschung zur Personalisierten Medizin
  • Förderung der Wissenschaftsbasis für die Personalisierte Medizin durch einen koordinierte Forschungsansatz
  • Förderung von Analysen zum Nutzen der Personalisierten Medizin für die Bürger und Gesundheitssysteme
  • Anwendung der Personalisierten Medizin bei den Bürgern

 

Das ICPerMed-Konsortium vereinigt mehr als 30 Fördereinrichtungen in der EU, die gemeinsam Forschungsschwerpunkte in der Personalisierten Medizin identifizieren und realisieren wollen. Zu den Mitgliedern gehören öffentliche und private Einrichtungen zur Forschungsförderung.  Das Konsortium hat 2017 mit Förderung der EU einen „Action Plan“ für „Research and Support Activities“ veröffentlicht, der u.a. folgende Forschungsschwerpunkte für die Personalisierte Medizin definierte:

Daten:
Verbesserung der Qualität, Vollständigkeit und Validität; Daten-Harmonisierung; Datenintegration und Datenbewertung; Datenanalyse für multifaktorielle Krankheiten; Datensicherung; Entscheidungshilfe-Tools und Telemedizin-Anwendungen.

Technologien, Methoden und Prozesse:
Preklinische Hochdurchsatz-Modelle; translationale Forschungsprogramme mit verschiedenen Ansätzen, z.B. genetisch definierten Patientengruppen; Forschung zur klinischen Validierung der Pharmakogenomik; Krankheitsklassifizierung auf molekularer Ebene; Langzeit-Kohorten zu Krankheitswirkungen; Regulierung und Einführung der Personalisierten Medizin, gesundheitsökonomische Modelle; Kontrollmethoden zur Bewertung des Behandlungserfolgs.

Außerdem ging es um ein Wissensnetzwerk, Best-Practice-Ansätze und Evaluationsinstrumente für die Personalisierte Medizin. Die Vorschläge wurden in die Fachgremien und Förderprogramme der EU eingebracht.

Das Konsortium hat im September 2019 eine Vision für die Personalisierte Medizin (PM) veröffentlicht, die Ansätze für die „Next Generation Medicine 2030“ aufzeigt. Dabei geht es um fünf Entwicklungsperspektiven:

  • Informierte, motivierte und verantwortliche Bürger/innen durch kontrollierte Gesundheitsdaten (Eingabe und Nutzung) und öffentlich zugängliche, gut verständliche Informationsplattformen
  • Informierte, motivierte und verantwortliche Gesundheitsdienstleister durch die optimale Nutzung von Patientendaten und Forschungsergebnissen für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten (mit IT-Unterstützung), durch die individuelle Behandlung von multimorbiden Patienten, durch die interdisziplinäre Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal zur Personalisierten Medizin und die enge Zusammenarbeit von Klinikärzten und Forschern bei neuen PM-Lösungen.
  • Gesundheitssysteme, die eine individuell zugeschnittene, optimierte Diagnose und Behandlung zum Nutzen der Patienten durch personalisierte Dienstleistungen, bedarfsgerechte Ressourcenverteilung und einen sicheren Datenaustausch zwischen Bürgern, Gesundheitssystem und Forschern ermöglichen.
  • Verfügbarkeit und gezielte Nutzung von Gesundheitsdaten für die optimale Prävention und Behandlung von Krankheiten durch die Kombination verschiedener Diagnoseverfahren (Bildgebung, Gen- und Molekularanalysen), den Einbezug sozio-ökonomischer Daten und durch harmonisierte Ansätze für die Datensicherheit und Datentransparenz.
  • Wertschöpfung durch Etablierung der „Next Generation Medicine“: Balance zwischen Investition, Gewinn und Nutzen für die Patienten, innovative Geschäftsmodelle für PM, Telemedizin-Anwendungen und mobile Apps für PM, neue Jobs im Gesundheitssystem mit IT-Qualifikation (z.B. „Information/Data Technician“).

Diese Perspektiven sollen als Orientierungsrahmen für die künftige Gesundheitsforschung in der EU dienen und in konkrete Förderprogramme umgesetzt werden.

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