19.12.2015

BioLAGO präsentiert digitalisierte Therapieformen im Kampf gegen Krebs

D-Konstanz I Auf Einladung des Gesundheitsnetzwerks BioLAGO kamen internationale Branchenführer aus IT und Gesundheit in Konstanz zusammen, um jüngste Trends und Herausforderungen in der Gesundheitsbranche zu diskutieren. Das beliebte Forum „Wissenschaft-trifft-Wirtschaft“ lockte rund 100 Teilnehmer aus Forschung und Industrie an die Universität Konstanz. Renommierte Keynote-Sprecher berichteten über innovative Therapieformen durch Digitalisierung sowie Bakteriophagen als wirksame Alternative zu Antibiotika.

Bereits zum 14ten mal kamen bei dem beliebten Forum „Wissenschaft-trifft-Wirtschaft“ Forscher und Unternehmer der Gesundheitsbranche aus der gesamten Vierländerregion Bodensee zusammen. Die Veranstaltung wird jährlich vom Gesundheitsnetzwerk BioLAGO in Kooperation mit der Universität Konstanz organsiert. „Wissenschaft-trifft-Wirtschaft“ hat das Ziel, über aktuelle Großtrends der dynamischen Gesundheitsbranche zu informieren und regionale Forschung und Entwicklung sichtbar zu machen.

Digitale Therapieansätze geben Krebspatienten mehr Sicherheit

Die Digitalisierung schreitet voran und umfasst heute alle Lebensbereiche. Auch in der Gesundheitsversorgung können durch digitalisierte Prozesse in Zukunft große Fortschritte erzielt werden. Dr. Wolfgang Lippert, Senior Director bei dem internationalen Unternehmen Salesforce, berichtete über neue Wege in der Krebstherapie durch personalisierte Medizin. Salesforce gehört zu den weltweiten Marktführern für Cloud-Computing-Lösungen und bietet innovative Ansätze für die Gesundheitsindustrie. So können Krebstherapien in Zukunft mit Hilfe digitaler Medien passgenau gesteuert und überwacht werden, was Ärzten und Pflegekräften hilft, den Therapieverlauf optimal an die Bedürfnisse des Patienten anzupassen. Weiter geben digitale Therapieansätze Patienten und ihren Angehörigen mehr Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung, weil sie die medizinischen Schritte für den Laien transparent machen.

Alternative zu Antibiotika vorgestellt
Die heute immer häufiger auftretende Resistenz von Keimen gegen Antibiotika stellt Ärzte und Wissenschaftler vor ein weltweites Problem. So sterben in der Europäischen Union jährlich mehr als 30.000 Menschen an antibiotikaresistenten Keimen. Denn können die krankmachenden Keime nicht durch Antibiotika bekämpft werden, wird es oft schwierig oder sogar unmöglich, den betroffenen Patienten zu retten. Deshalb forscht Priv.-Doz. Dr. med. vet. habil. Wolfgang Beyer von der Universität Hohenheim an Bakteriophagen als wirksame Alternative zu Antibiotika. Die Forschungs¬ergebnisse eines von ihm koordinierten Netzwerkes hat er nun bei dem Forum „Wissenschaft-trifft-Wirtschaft“ einem interessierten Publikum vorgestellt. Bakteriophagen sind hocheffiziente und spezialisierte Viren, die nur bestimmte Bakterien gezielt befallen und unschädlich machen. Gegenüber menschlichen Zellen sind sie inaktiv. „Die neueste Forschung zu Bakteriophagen ist vielversprechend und nimmt ein Konzept, das schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde, wieder auf. Mit diesem Ansatz könnte eine Therapie entwickelt werden, die auch gegen multiresistente Keime wirksam ist. Ich freue mich, dass wir dieses Konzept in Konstanz präsentieren konnten“, sagt Prof. Klaus P. Schäfer, Vorstand und Ehrenvorsitzender des Gesundheitsnetzwerks BioLAGO.

Forum bringt etablierte Unternehmen und Nachwuchsforscher zusammen
Ein weiteres Thema der Veranstaltung war die Hochdurchsatzsequenzierung mikrobieller Gemeinschaften, das durch Dr. Tobias Paprotka von Branchenführer Eurofins Genomics Germany vorgestellt wurde. Darüber hinaus bot „Wissenschaft-trifft-Wirtschaft“ verschiedene Einblicke in neuste Forschungen in der Medizintechnik. So präsentierte Dr. Luciano Boesel von dem Schweizer Forschungsinstitut EMPA, ein neuartiges Pflaster, das die Abgabe von Medikamenten durch die Haut ermöglichen soll. Dr. Dietmar Schaffarczyk, Geschäftsführer der StimOS GmbH sprach über neue Möglichkeiten von Implantaten, die ganz ohne Einsatz pharmazeutischer Wirkstoffe entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften entfalten können.
Das interdisziplinäre Publikum der breit gefächerten Veranstaltung bestand sowohl aus etablierten Unternehmern aus der Vierländerregion, als auch aus Forschern und Studenten der Hochschulen rund um den Bodensee. In produktiven Networking-Pausen diskutierten die Teilnehmer die vorgestellte Forschung und knüpften neue Kontakte. Infostände der Unternehmen aus dem BioLAGO-Netzwerk rundeten die Veranstaltung ab. „Mit unserem vielseitigen und attraktiven Programm locken wir jährlich sowohl etablierte Wissenschaftler und Unternehmen als auch Studenten und junge Unternehmer an die Universität Konstanz. Wir freuen uns, dass ‚Wissenschaft-trifft-Wirtschaft‘ auf ein so breites Interesse stößt“, sagt Dr. Jörg Schickedanz, Vorstandsvorsitzender des Gesundheitsnetzwerks BioLAGO abschließend.

Das Gesundheitsnetzwerk BioLAGO bedankt sich bei allen Partnern und Sponsoren, die „Wissenschaft-trifft-Wirtschaft“ möglich gemacht haben. Besonders bei den Veranstaltungspartnern: Universität Konstanz, Graduiertenschule Chemische Biologie und der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH. Sowie den Gold-Sponsoren der Veranstaltung: Bacher Edelstahlverarbeitung GmbH, nevoLAB GmbH, Stolmár & Partner, Maucher Jenkins – Patent- und Rechtsanwälte.

(Quelle: Pressemeldung BioLAGO, 19.12.2018)

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