08.01.2018

Schnelltest zur Erkennung gefährlicher Keime: DiagNET-Arbeitsgruppe „MRE“ mit ersten Schritten zur Produktentwicklung

D-Radolfzell | Die Arbeitsgruppe „Multiresistente Erreger“ im BioLAGO-Kompetenznetz „DiagNET“ befasst sich mit einem innovativen, patientennahen Schnelltest zur Erkennung von Problemkeimen. Beim Meeting im Radolfzeller Milchwerk wurden erste Parameter für den zu entwickelnden Test definiert.

Das Vorhaben der AG dreht sich um ein Testsystem, welches in weniger als zwei Stunden aus z.B. Abstrichen eine Aussage über die Anwesenheit von Carbapenemase-bildendenden Keimen (CPE) erlaubt. Angewendet werden soll das Verfahren im Labor oder unter Aufsicht eines Labors.

Carbapeneme sind Antibiotika, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Wirkstoffe mit besonderer Relevanz für die Therapie eingestuft werden. Sie werden eingesetzt, wenn Standardantibiotika keine Wirkung mehr zeigen, d.h. nach strenger Indikationsstellung. Ein Mechanismus, der zu einer Resistenz von Bakterien gegen die Wirkstoffklasse der Carbapeneme führt, ist die Bildung bestimmter Enzyme, der sogenannten Carbapenemasen, so dass Carbapeneme nicht mehr zu Behandlung von Infektionen verwendet werden können, die von Carbapenemase-bildenden Bakterien ausgelöst werden.

Gegenstand des Treffens in Radolfzell, an dem auch Vertreter von Kliniken teilnahmen, war auch eine Analyse von bereits erhältlichen kommerziellen Lösungen zur Schnellerkennung von CPE-Erregern. Zudem wurden Lösungsansätze beleuchtet und bewertet, die sich derzeit in der Entwicklung befinden. Ziele der AG ist die Konzeptionierung eines neuartigen Tests, der einen Mehrwert gegenüber bestehenden Lösungen bietet. Dabei geht es u.a. um eine höhere Zuverlässigkeit, Sensitivität sowie eine schnelle Detektion.

(Quelle: BioLAGO, 08.01.2018)

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Das Projekt „DiagNET- Diagnostik der Zukunft“ zielt auf die Entwicklung und Optimierung von Diagnoseverfahren in einem Kompetenznetz von Wirtschaft und Wissenschaft in der Vierländerregion Bodensee und darüber hinaus. Diese sollen in Arztpraxen und Laboren vor Ort einsetzbar sein und so lange Wege zu den Krankenhäusern ersparen. Damit wird die medizinische Versorgung ländlicher Räume deutlich verbessert. Im Projekt sollen beispielsweise Schnelltests zum Nachweis von multiresistenten Erregern entwickelt werden. Das Projekt „DiagNET- Diagnostik der Zukunft“ wird gefördert durch die Europäische Union und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Programms „Interreg V Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“.

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