22.11.2013

Vernetzung als Schlüssel: BioLAGO-Mitglied Orthobion GmbH beim Landes-Innovationspreis geehrt

D-Konstanz | Das Konstanzer Medizintechnik-Unternehmen Orthobion ist für die Entwicklung eines neuartigen Biomaterials für Wirbelsäulen-Implantate mit dem Sonderpreis beim Landes-Innovationspreis Baden-Württemberg, dem Dr.-Rudolf-Eberle-Preis, ausgezeichnet worden. Zur Marktreife des neu entwickelten „Titan-Kunststoffes“ verhalfen dabei das bodenseeweite Biotechnologie-Netzwerk BioLAGO sowie Forscher des Nano-Zentrums Euregio Bodensee. Das neue Material beschleunigt die Bildung einer stabilen Knochenbrücke zwischen Wirbelkörper sowie Implantat und damit auch den Heilungsverlauf. Daraus ergibt sich ein hohes Einsparungspotential im Gesundheitswesen.

Die Zahl von Bandscheibenvorfällen und Rückenproblemen durch mangelnde oder falsche Bewegung aber auch aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung wächst und erfordert in vielen Fällen den Einsatz von Implantaten. Bisher werden diese entweder aus Titan oder Kunststoff gefertigt, wobei beide Materialien für sich genommen Vor- und Nachteile haben. Titan beispielsweise ist viel steifer als Knochen und kann diesen dadurch beschädigen. Der oft eingesetzte Kunststoff Polyetheretherketon (kurz: PEEK) wiederum hat bessere mechanische Eigenschaften, jedoch können die umliegenden Knochen- und Knorpelzellen nur schlecht daran anwachsen. Das Unternehmen Orthobion aus Konstanz hat die positiven Eigenschaften beider Materialien kombiniert. Eine Errungenschaft, die nun mit der Sonderauszeichnung für junge Firmen beim Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg prämiert wurde. Der Schlüssel zum Erfolg lag dabei in der Beschichtung des Kunststoffs mit Titan, wobei zunächst mit herkömmlichen Methoden keine ausreichend dünne Schicht erreicht werden konnte.

Branchennetzwerke ebneten Weg zur Produktionsreife

Um diese spezielle Beschichtung dennoch zu realisieren, wandte sich Dr. Dietmar Schaffarczyk, Geschäftsführer der Orthobion auf der Suche nach wissenschaftlichen Partnern an das regionale Branchennetzwerk BioLAGO, dem das Unternehmen als Mitglied angehört. „Dort wurde uns schnell und unkompliziert der Kontakt zum Konstanzer Forscher und, damaligen Vorsitzenden des Nano-Zentrums Euregio Bodensee Professor Günter Schatz vermittelt“. „In einer daraus resultierenden Kooperation gelang es eine Titanbeschichtung im Nanometerbereich zu erzeugen“, sagt Wolfgang Müller, Geschäftsführer des Nano-Zentrums Euregio Bodensee. Neben der schnelleren Entwicklung einer stabilen Knochenbrücke zwischen Wirbelkörper und Implantat zeichnet sich der „Titan-Kunststoff“ durch Röntgentransparenz aus und begünstigt ein beschleunigtes Einheilen. „Daraus ergibt sich auch ein hohes Einsparungspotential im Gesundheitswesen, da Folgekosten reduziert werden können“, so Schaffarczyk. Für den Einsatz im Halswirbel-, Brustwirbel- und Lendenwirbelbereich ist das neue Material bereits zugelassen.

Unternehmen profitiert vom High-Tech-Umfeld am Bodensee

Der Unternehmer aus Konstanz freut sich über die hervorgebrachte Innovation, die nun ausgehend des renommierten Dr.-Rudolf-Eberle-Preis mit dem Sonderpreis der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft für Innovationen von jungen Unternehmen mit einem Preisgeld von 7.500 Euro prämiert worden ist. Seit 1985 wird die Auszeichnung alljährlich vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württembergs an kleine und mittlere Unternehmen für beispielhafte Leistungen bei der Entwicklung neuer Produkte sowie Verfahren vergeben. „Die Auszeichnung zeigt einmal mehr, welche hochinnovative und pionierhafte Arbeit hier am Standort Konstanz geleistet wird und wie wichtig dabei Netzwerke in Zukunftsbranchen als Kooperationspartner und Wegbereiter für die Unternehmen sind“, freut sich Konstanz‘ Oberbürgermeister Uli Burchardt.

(Quelle: Pressemitteilung BioLAGO e.V., 22.11.13)

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