08.12.2010
Malaria-Forscher und Genomwissenschaftler zu Gast
Gibt es schon bald einen Impfstoff gegen die Malaria-Krankheit? Wie kann die Krebsbehandlung durch den Blick ins Erbgut verbessert werden und wie helfen ausgeklügelte Computerprogramme bei der Suche nach neuen Medikamenten? Diese und viele weitere spannende Fragen stehen im Zentrum von ‘Wissenschaft-trifft-Wirtschaft (WtW)‘ an der Uni Konstanz. Bereits zum 6. Mal lädt der Verbund BioLAGO mit seinen Partnern zum größten Begegnungsforum für die Lebenswissenschaften in der multinationalen Bodenseeregion. Vertreter aus Forschung und Industrie aus Deutschland und der Schweiz werden einen Tag lang ihre aktuellen Projekte sowie Produkte präsentieren. Als Gastredner werden Malaria-Forscher Hermann Bujard, Leiter des Zentrums Molekulare Biologie an der Uni Heidelberg sowie Hans Lehrach, Direktor am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin, begrüßt.
Als zentraler Treffpunkt und Kooperationsbörse richtet sich „Wissenschaft-trifft-Wirtschaft“ (WtW) an wissenschaftliche Institutionen und Unternehmen rund um den Bodensee, die auf den Gebieten Medizin(technik), Pharmazie, Diagnostik, Nahrungsmittel- und Umwelttechnologie tätig sind. Seine Entwicklungen vorstellen wird unter anderem die Firma Genedata: Das in Konstanz und Basel ansässige Unternehmen liefert intelligente Software-Anwendungen, die bei der Suche nach neuen Wirkstoffen helfen und deren Wirkung nachweisen können. Mittlerweile kommen die Entwicklungen des Unternehmens bei 22 der Top 25 pharmazeutischen Pharmafirmen weltweit zum Einsatz.
Im Fokus der diesjährigen Plattform stehen unter anderem neueste Forschungsergebnisse zu Impfstoffen gegen die Malaria-Krankheit, an der schätzungsweise 3,3 Milliarden Menschen weltweit potentiell gefährdet sind und an der jährlich bis zu ca. 250 Mio. Menschen erkranken, davon rund 1 Million Todesfolge. Am meisten gefährdet sind dabei die Bewohner der ärmsten Länder der Welt. Prof. Hermann Bujard, Leiter des Zentrums Molekulare Biologie an der Uni Heidelberg arbeitet seit zwei Jahrzehnten an einem Impfstoff gegen Malaria Tropica, der schwersten Form der Krankheit, gegen die es bisher keinen dauerhaften Impfschutz gibt. Der renommierte Molekularbiologe zielt auf das Blutstadium der Infektion, um Kinder so weit zu schützen, dass sie schon im ersten statt im fünften Lebensjahr semi-immun gegen den Erreger werden und ein Todesfall vermieden werden kann. Die ersten Ergebnisse seiner Laborexperimente waren vielversprechend. Vorbereitungen für erste klinische Studien am Menschen laufen bereits, worauf Feldstudien in Afrika anschließen sollen.
Treibende Kraft der deutschen Genetik zu Gast
Weiterer Höhepunkt des Austauschforums ist ein Vortrag von Prof. Hans Lehrach, Direktor am Max-Planck- Institut für Molekulare Genetik in Berlin. Der Forscher untersucht Veränderungen der DNA, die Krankheiten wie Krebs auslösen und mit anderen Substanzen im Körper wechselwirken. Lehrach, der als Speerspitze der deutschen Genomforschung gilt und als Koordinator des Deutschen Humangenomprojekts agierte, erfasst sämtliche Gen-Aktivitäten von gesunden und kranken Menschen. Die Daten werden in einem Computermodell gesammelt und miteinander verglichen mit dem Ziel, Krankheiten besser zu verstehen und vorzubeugen.
Gute Einfälle in Produkte ummünzen
Im Zentrum der grenzüberschreitenden Veranstaltung steht der Transfer innovativer Forschung in die Industrie. Wie das funktioniert, wissen die Gastredner sehr gut: Hans Lehrach hat bereits fünf Firmen in Deutschland und den USA gegründet, während Hermann Bujard mehrere Jahre als Forschungsleiter des Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche tätig war.
(Pressemitteilung BioLAGO e.V., 8.12.10 - Abdruck frei, Beleg erbeten)



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